Sie sind gleichermaßen beliebt und geschätzt bei ihren Kolleginnen und Kollegen der Caritas-Sozialstation Sankt Michael, wie auch bei den Klienten und Patienten, die sie versorgen: Die Zwillingsschwestern Cherie Mae und Cherie Ann Pobadora von den Philippinen. Die zierlichen jungen Frauen helfen seit 2021 in der Tagespflege in Zeuzleben und im ambulanten Pflegedienst mit.

Dass ausländische Fachkräfte vor allem in der Pflege unentbehrlich sind, dürfte überall bekannt sein. Dass sie außerdem mit viel Hingabe und Freundlichkeit ihre Arbeit an den meist älteren Pflegebedürftigen verrichten, beweisen die beiden Filipinas.

Der Weg nach Deutschland

Für die jetzt 26-jährigen Zwillingsschwestern war der Weg nach Deutschland fast vorgezeichnet. Denn, wie sie übereinstimmend erklären, müssen sie im Ausland Geld verdienen, um ihre Familie zuhause unterstützen zu können. Für zwei jüngere Geschwister ist außerdem das Schulgeld aufzubringen. Denn anders als in Deutschland muss für Bildung gezahlt werden. „Viele Frauen arbeiten in Saudi-Arabien“, erzählt Cherie Ann, „vor allem im Haushalt“. Sie und ihre Schwester hatten in ihrer Heimat bereits als Pflegehelferinnen gearbeitet, aber der Verdienst war sehr gering.

Weil eine Tante der Zwillingsschwestern in Werneck mit einem deutschen Mann verheiratet ist, bot sich die Gelegenheit, nach Deutschland zu kommen. Beide junge Frauen absolvierten daher auf den Philippinen einen Sprachkurs. Dann wagte zuerst Cherie Mae 2020 die Reise und half auf Vermittlung ihres Onkels ein Jahr lang als Au pair-Mädchen in einer Familie in Mannheim aus. Dabei lernte sie die deutsche Sprache noch besser kennen.

Zuerst als Bufdi angefangen

Als ihr Onkel in Werneck die Stellenanzeige der Caritas-Sozialstation Sankt Michael las, die Bundesfreiwillige suchte, ergriff Cherie Mae und kurz danach auch Cherie Ann die Gelegenheit. Beide halfen in der Tagespflege Zeuzleben mit und gewannen schnell das Vertrauen der Klienten sowie der Kollegen.

Ihre Hilfsbereitschaft, ihre Freundlichkeit und ihr Engagement fielen auch dem Leiter der Sozialstation, Ulrich Buchholz, auf. Er bot den Schwestern an, eine einjährige Ausbildung zur Pflegefachhelferin zu absolvieren.

Im September 2022 starteten die beiden Filipinas damit, wechselten zwischen praktischer Ausbildung in der Tagespflege und im ambulanten Pflegedienst sowie theoretischer Wissensvermittlung in der Schule im Schweinfurter Leopoldina-Krankenhaus. „Wegen der deutschen Sprache war es schwierig für uns“, gesteht Cherie Mae. Vor allem die Fachbegriffe, viele dazu auf lateinisch, erschwerten das Lernen. „Wir wollten fast aufhören“, erinnern sich die Zwillinge. Aber die Kolleginnen und auch Einrichtungsleiter Buchholz bestärkten sie, nicht aufzugeben. Zumal sie im praktischen Teil, bei der Pflege an sich, immer sehr gute Noten erhielten.

Ausbildung zur Pflegefachhelferin

Schließlich schlossen beide erfolgreich ihre Ausbildung ab und wurden im September 2023 fest in der Tagespflege in Zeuzleben als Pflegefachhelferinnen angestellt. Im Juli 2024 wechselte Cherie Ann zum ambulanten Pflegedienst der Sozialstation und besucht seitdem auf ihren täglichen Touren die Klienten zuhause. „Das ist anders, dort muss ich früh aufstehen“, erzählt sie. Denn um 6.15 Uhr beginnt ihre Arbeit. Aber sie verdient auch mehr.

Für die häuslichen Pflegetouren brauchte sie allerdings erst einen Führerschein. Um diesen zu absolvieren, erhielt sie und auch ihre Schwester Cherie Mae finanzielle Unterstützung durch Ulrich Buchholz. „Er hat uns sehr geholfen“, erkennen sie dankbar an.

Bürokratie um das Arbeitsvisum 

Wie überhaupt sie von ihm „vom besten Arbeitgeber überhaupt“ schwärmen und auch das Arbeitsklima innerhalb der Tagespflege und Sozialstation als „so toll“ beschreiben. Beide Filipinas wollen zunächst weiter in Deutschland bleiben, zumal sie aktuell auch ein Arbeitsvisum für vier Jahre bis 2028 erhalten haben. Bislang musste jedes Jahr aufs Neue mit viel Bürokratie der Aufenthaltstitel beantragt werden.

Cherie Mae und Cherie Ann sind froh über ihre Arbeit in Deutschland. Und die Sozialstation Sankt Michael ist froh, solche engagierten Fachkräfte gewonnen zu haben.