Bei der täglichen Arbeit der Sozialstation Sankt Michael stehen nicht nur die Anliegen der Klienten im Fokus. Auch auf die Sicherheit der Einrichtung, ihrer Mitarbeitenden und deren Gesundheit wird größter Wert gelegt. Als Sicherheitsbeauftragte unterstützt und berät Sina Wiesner-Vay die Einrichtungsleitung, den Trägerverein sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie weist auf mögliche Schwachstellen hin und bringt Lösungsvorschläge zur Verbesserung.

Diese Aufgabe nimmt die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin in allen Bereichen der Sozialstation wahr, wobei sie Unterstützung von der weiteren Sicherheitsbeauftragten Elisabeth Graf erhält, vor allem in der Tagespflege Zeuzleben. Die beiden Fachfrauen wissen aus eigener praktischer Erfahrung, worauf zu achten ist.

 Auch die psychische Belastung der Mitarbeitenden wird betrachtet

Das können etwa fehlende Fluchtwege-Schilder im Gebäude sein. Oder Informationen für die Angestellten über Gefahrenstoffe wie Desinfektions- oder Putzmittel. Aber auch konkrete Hilfestellungen, wie die Mitarbeitenden möglichst rückenschonend mit diversen Hilfsmitteln bei den Klienten umgehen können, sagt Sina Wiesner-Vay.

Mit solchen Hilfsmitteln wie Pflegebetten, Aufstehhilfen oder Gleitmatten kennt sich vor allem auch die Hilfsmittelbeauftragte der Sozialstation Sankt Michael, Anja Wicker, aus. Sie schult ihre Kolleginnen und Kollegen jedes Jahr im richtigen, gesundheitsschonenden Umgang damit.

Bei jährliche Fortbildungen zur Arbeitssicherheit wird zudem immer wieder darauf hingewiesen, wie sich Pflegekräfte in alltäglichen Situationen schützen können, etwa vor Nadelstichen oder vor Arbeitsunfällen durch ungeeignete Schuhe. „Man hat das zwar verinnerlicht, aber es ist gut, wenn man so etwas immer wieder aufs Neue hört“, weiß Sina Wiesner-Vay. Neben der physischen Gesundheit geht es dabei auch um die psychische Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um etwa die Sterbebegleitung eines Klienten gut zu verarbeiten, ergänzt sie.

Bindeglied zwischen Leitung und Mitarbeitenden 

Weiterbildung ist Sina Wiesner-Vay schon immer wichtig gewesen. Bereits 2015 absolvierte sie als 25-Jährige einen Leitungskurs und wurde zwei Jahre später in der Sozialstation Sankt Michael stellvertretende Bereichsleiterin für die ambulante Pflege. Nach der Familienpause übernahm sie das Qualitätsmanagement in der Einrichtung und absolvierte schließlich bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BWG) den Grundkurs zur Sicherheitsbeauftragten. „Ab 20 Mitarbeitenden in einem Unternehmen ist so eine Position vorgeschrieben“ erklärt sie.

In ihrer Funktion ist sie Bindeglied zwischen der externen Fachkraft für Arbeitssicherheit, Stefan Stilling, der Einrichtungsleitung und den Mitarbeitenden in den Bereichen ambulante Pflege, Tagespflege und Alltagsbegleitung. „Wenn mir etwas auffällt, frage ich den externen Fachmann um Rat und versuche dann, die Sache hier bei uns zu lösen und für die Umsetzung zu sorgen“, erläutert Sina Wiesner-Vay.

Regelmäßige Begehung in den Gebäuden

Für dem regelmäßigen Austausch mit allen Beteiligten findet einmal im Quartal eine Sitzung des Arbeitssicherheitsausschusses (ASA) statt. Das sind neben den beiden Sicherheitsbeauftragten die externe Fachkraft, die Einrichtungsleitung, die Bereichsleitungen, die Mitarbeitervertretung, der externe Hygienebeauftragte und gegebenenfalls der Betriebsarzt. „Dabei wird erörtert, ob etwas vorgefallen ist oder ob und wo Verbesserungsbedarf besteht“, informiert die Beauftragte.

In diesem Rahmen gibt es anschließend zweimal im Jahr eine Begehung in den Gebäuden. „Da kann ein Feuerlöscher zu niedrig angebracht oder im Café Klatsch eine Lampe ungünstig befestigt sein“, erzählt sie. Oder in der Tagespflege in Zeuzleben muss ein Regal richtig an die Wand angeschraubt werden.

Unter die Lupe genommen werden auch die Arbeitsbereiche im Büro, die Bildschirme, Schreibtischstühle oder das Raumklima. Selbst Pausen für die Mitarbeitenden oder die Lautstärke bei der Arbeit sind wichtige Themen.

Auf den Touren des ambulanten Pflegedienstes gibt es ebenfalls etliches zu beachten. Ein Beispiel: Wenn die Schwestern oder Pfleger bei einem Klienten zuhause Schuhüberzieher tragen sollen, was aber gleichzeitig eine Rutschgefahr für die Mitarbeiter birgt. „Ich spreche dann mit den Angehörigen und versuche, für alle Beteiligten eine gute Lösung zu finden“, sagt Sina Wiesner-Vay.

Gefahrenquellen erkennen 

Ein dicker Ordner beinhaltet in schriftlicher Form verschiedene Bereiche des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, eine Gefährdungsbeurteilung, Gefahrenstoffe, Brandgefahr oder Gefahrenquellen wie elektrischer Strom. Für die Sicherheitsbeauftragte sind dies Hinweise auf mögliche Arbeitsunfälle und auf das richtige Verhalten dabei. „Wir müssen hier auch Brandschutzhelfer schulen, die im Umgang mit dem Feuerlöscher sicher sind“, erklärt sie. Aber auch eine eventuelle Evakuierung muss geprobt werden.

Was für Sina Wiesner-Vay wichtig ist: „Wir achten hier bei der Sozialstation ganz automatisch auf Arbeitssicherheit, es ist im Interesse der Mitarbeitenden und der Einrichtung“, meint sie. Und weil alle Bereiche schon so oft unter die Lupe genommen wurden, hält sie die Sozialstation Sankt Michael für „sehr gut aufgestellt“.