Informationen sammeln, wie eine Ausbildung aussieht, und sich orientieren, welche Angebote es in der Region gibt: Das konnten die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen der Mittelschulen Werneck und Bergrheinfeld bei der Berufswahlmesse. Unter den vielen Firmen und Organisationen, die sich im Gebäude und auf dem Gelände der Balthasar-Neumann-Mittelschule Werneck präsentierten, war auch die Sozialstation Sankt Michael mit einen Informationsstand vertreten. Denn in der Einrichtung ist sowohl eine Ausbildung zur Pflegefachkraft als auch zum Pflegehelfer oder zur -helferin möglich.
Den Schulen, aber vor allem den jungen Leuten und ihren Eltern war es wichtig zu erkennen, welche Berufe es in der näheren Umgebung gibt, welche Voraussetzungen dafür nötig sind und welche Chancen sie für die Zukunft bieten. Am Stand der Sozialstation war daher das Gespräch mit den beiden Praxisanleiterinnen Ellen Benkert-Frick und Marion Sanchez-Meyer, beides Pflegefachkräfte mit Zusatzausbildung, gefragt. Sie standen den jungen Leuten Rede und Antwort.
Blutzuckermessen ausprobieren
Ganz konkret boten die beiden Fachfrauen aber auch einen kleinen Einblick in die Pflegearbeit, bei der sich die Mädchen und Jungen selbst ausprobieren konnten. So war es etwa möglich, Thrombosestrümpfe anzuziehen und dabei die vorhandenen Hilfsmittel zu verwenden. Der eine oder die andere kannte dieses Procedere von den Großeltern. Für viele aber war es ganz neu.
Außerdem konnten interessierte Jugendliche ihren Blutzuckerwert mit einem Pieks in die Fingerkuppe selbst messen oder messen lassen. Was viele Besucherinnen und Besucher am Stand auch gerne wahrnahmen. Dazu informierten die beiden Praxisanleiterinnen zum Thema Diabetes, zur Insulinspritze, zu den Normwerten des Blutzuckers und zu den Gefahren der Zuckerkrankheit.
Anhand von Insulin-Vorführspritzen, die mit Wasser gefüllt waren, durften die Schülerinnen und Schüler zudem versuchen, die Nadel in eine Schaumstoff-Erdbeere einzuführen, was vom Gefühl her dem Einstechen in eine Bauchdecke ähnelt. Dazu musste die Einstichstelle erst desinfiziert und die Nadel korrekt aufgesetzt werden.
Was verdient man in der Ausbildung?
Ausgestattet mit Fragebögen wollten die Jugendlichen ganz konkret wissen, wie hoch die Ausbildungsvergütung zur Pflegefachkraft ist. Im ersten Ausbildungsjahr beträgt das Entgelt 1490 Euro, im zweiten 1552 Euro und im dritten 1653 Euro, jeweils plus Zulagen. Ein Pflegehelfer oder –helferin erhält im ersten Jahr 1414 Euro und im zweiten Jahr 1473 Euro.
Der Standort der Berufsschule war ebenso gefragt. Dieser richtet sich nach dem Standort des Ausbildungsplatzes. Die Sozialstation Sankt Michael Werneck arbeitet meist mit dem Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt zusammen oder mit der Alfons-Goppel-Berufsschule.
Viele der etwa 30 interessierten Jugendlichen fragten auch nach einem Praktikumsplatz in der 7. oder 8. Klasse. Zum Hineinschnuppern in den Pflegeberuf bietet die Sozialstation Sankt Michael dies an. Dabei können die Schülerinnen und Schüler bei der ambulanten Pflege mitfahren und den Fachkräften über die Schulter schauen. Sie können in der Tagespflege für Senioren in Zeuzleben hospitieren oder auch bei einer Alltagsbegleitung dabei sein.