Zuhören, nachfragen und mitanpacken waren der Landtagsabgeordneten Martina Gießübel wichtig, als sie einen Tag lang in unserer Senioren-Tagespflege in Zeuzleben hospitierte. Die CSU-Politikerin wollte sich für ihre politische Arbeit ein Bild von diesem Betreuungsangebot machen. Denn der Politik sei es wichtig, dass alte Menschen so lange wie möglich daheim bleiben können, unterstrich sie.

Die Abgeordnete erfuhr von Leiterin Carmen Keller, dass sich insgesamt 65 Personen um die Tagesgäste kümmern: Betreuungs- und Pflegekräfte, Fahrer für den Abholdienst, Köchinnen für das täglich frische Essen, Personal in der Hauswirtschaft, der Verwaltung und Beratung. 145 Seniorinnen und Senioren besuchen die Tagespflege, pro Tag kommen maximal 48 Personen.

Breites Programm an sieben Tagen in der Woche

In drei Gruppen wird ihnen an sieben Tagen in der Woche, auch samstags und sonntags, ein breites Spektrum an Beschäftigung und Unterhaltung geboten. Martina Gießübel erlebte das Plätzchen backen mit der mobilen Küche mit, sah den Schafkopf-Kartenspielern zu, hörte vom täglichen Zeitungslesen, vom Singen von Weihnachtsliedern, vom Erzählen von alten Weihnachtsbräuchen oder von den Gebeten für jüngst verstorbene Tagesgäste.

Als Mitglied im Sozialausschuss des Bayerischen Landtags und seniorenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion fragte sie nach den Bedürfnissen der Senioren, der Betreuer und der Leitung. Als oberstes Ziel wurde ihr genannt, dass die Menschen im Alter nicht allein sind und dass sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. „Was soll ich daheim, da starre ich nur die Wände an“, bestätigte ihr eine Seniorin.

Andere alte Menschen hätten Hemmungen, das Angebot der Tagespflege anzunehmen, wusste Martina Gießübel. Aber wenn sie einmal da gewesen seien und einen abwechslungsreichen Tag erlebt hätten, würden sie stets wiederkommen, ergänzte Carmen Keller.

Bayerische Staatsregierung will die Strukturen vor Ort stärken

Eine Betreuungskraft bestätigte der Abgeordneten ihre Zufriedenheit mit ihrem Gehalt. Vor allem aber sei die Arbeit mit den alten Menschen eine Bereicherung für sie selbst. „Ich brauche das hier“, erklärte sie.

Beim Mittagessen im Speisesaal packte Martina Gießübel beim Servieren mit an: Nach der Suppe brachte sie Braten, Klöße und Blaukraut zu den Tagesgästen und nutzte die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch. „Die bayerische Staatsregierung will die Situation der Senioren verbessern und die Strukturen vor Ort stärken“, erklärte sie.