Der Spaß an der Bewegung soll den Seniorinnen und Senioren auf jeden Fall erhalten bleiben. Darin sind sich Birgitt Prause und Kerstin Seuffert einig. Mit viel Humor sorgen die beiden Betreuungsassistentinnen der Tagespflege Zeuzleben regelmäßig dafür, dass die Tagesgäste mit verschiedenen Übungen beweglich für ihren Alltag bleiben. Und dabei auch noch viel zu lachen haben.
An diesem Tag haben die zwei Mitarbeiterinnen ein großes Schwungtuch, einige Bälle, Plastikbecher und Tücher mitgebracht. Im Stuhlkreis sitzen sie mit zehn Seniorinnen und Senioren, die die Schlaufen des bunten Schwungtuches packen und dieses zum Spannen bringen. Dabei ist Kraft ist gefragt, die die älteren Frauen und Männer erstaunlich gut beweisen.
Ein Schwungtuch und drei Bälle
Mit einfachen Anweisungen ermuntert sie Birgitt Prause, das Schwungtuch hochzuheben und tief zu senken, unten durch zu schauen und sich im Stuhl zu bücken. Dann werden nacheinander drei Bälle auf das große Tuch gelegt, das die Tagesgäste gezielt in Bewegung setzen. Die Bälle sollen sich im Kreis bewegen, was abgestimmtes Heben und Senken des Tuches voraussetzt. Oder sie werden durch dessen Anspannen und Entspannen in die Luft geschleudert. Oder sie werden vorsichtig in die Mitte des Tuches auf ein eingenähtes Netz bugsiert.
Konzentriert sind die Seniorinnen und Senioren bei der Sache. Mit Begeisterung reagieren sie, wenn das Vorhaben gelingt. Laute Hurra-Rufe gehören dazu und die Freude ist zu spüren. Dann wird von zehn auf null heruntergezählt, bis die Bälle wieder in die Höhe springen dürfen. Weil die Tagesgäste gar nicht mehr aufhören wollen, bezeichnet sie Kerstin Seuffert scherzhaft gar als „süchtig“.
Mit einer Hand agieren
Große Plastikbecher werden danach hervorgeholt. Die Betreuerin lässt in einen ersten Becher nacheinander kleine Gegenstände purzeln, die die Besucher mit einer Hand in den Becher des Sitznachbarn weitergeben sollen. Ein Tischtennisball, ein Golfball, eine Walnuss, eine Kastanie, ein Massageball, einige Murmeln und große Bälle zum Balancieren auf dem Becherrand wandern so weiter und fordern das Geschick. Zuletzt soll Wasser von Becher zu Becher geschüttet werden, was trotz leichten Zitterns bei einigen Gästen bestens gelingt.
Bewegung mit Gesang verbinden
Nach einer ausführlichen Trinkpause erhält jeder Besucher zwei bunte Tücher, die zur Melodie der „Tulpen aus Amsterdam“ geschwenkt werden. Nicht nur, dass auf die Farben dabei besonders geachtet wird. Die Musik lädt die Seniorinnen und Senioren zum kräftigen Mitsingen ein und weckt Erinnerungen.
Solche spielerische Förderung von Beweglichkeit ist wichtig, damit ganz alltägliche Handlungen möglich sind: etwa den Kopf zu drehen, sich selbst anziehen zu können, sich zu bücken, Reißverschlüsse oder Knöpfe zu schließen oder sich waschen zu können. Damit Seniorinnen und Senioren möglichst lange selbstbestimmt leben können.