Richtig vermisst haben die Seniorinnen und Senioren ihr Café Klatsch. Ein halbes Jahr lang war der Treffpunkt in der Sozialstation Sankt Michael am Schlosspark 11 in Werneck geschlossen. Denn wegen Reparaturmaßnahmen konnten die Räume nicht genutzt werden. „Ich war arg traurig, dass es so lang zu war“, meint eine Besucherin. „Ich bin froh, dass wir uns wieder treffen können“.

Gemütlicher Raum zum Ratschen

Seit kurzem bietet das ehrenamtliche Team der Sozialstation wieder alle zwei Wochen, immer am Mittwochnachmittag, das fröhliche Beisammensein an. „Da gibt es Kaffee und leckere Torten und Kuchen“, bestätigt eine Seniorin. Sie sitzt mit 15 weiteren Frauen und einem Mann im wohnlich eingerichteten „Café Klatsch“. Es ist ein gemütlicher Aufenthalts- und Besprechungsraum in der Sozialstation, der alle 14 Tage zu einem Café mutiert. Dort darf geratscht, getrascht und geklascht werden. Dort treffen sich ältere Menschen zum Reden, Spielen oder Singen. Dort sind sie nicht alleine, sondern finden Gleichaltrige und Gleichgesinnte zur Unterhaltung, dort wird für Abwechslung in ihrem Alltag gesorgt.

Kostenloser Abholservice

Willkommen sind alle Seniorinnen und Senioren aus dem Umkreis von Werneck, und sie müssen keine Pflegeverbindung zur Sozialstation Sankt Michael haben, unterstreicht Hans Friedrich. Der langjährige Vorsitzende des Trägervereins der Sozialstation und jetzige Stellvertreter gehört seit etwa 15 Jahren zum ehrenamtlichen Team des Café Klatsch. Er übernimmt den kostenfreien Fahrservice für die Gäste. „Wir werden an der Haustür abgeholt und wieder heimgebracht“, bestätigt eine Seniorin. „Ich selbst bin ja nicht mehr mobil“, meint die 89-Jährige aus Eßleben.

Zwei fitte Seniorinnen kümmern sich

Auch Friedrichs Frau Edeltraud holt etliche Seniorinnen daheim zu dem wöchentlichen Treffen ab. Vor allem aber ist die fitte 73-Jährige mit ihrer 74-jährigen Freundin Erika Friedrich das kommunikative Herz des Treffpunkts. Sie backen selbst die gelobten, leckeren Torten und Kuchen, bereiten Kaffee zu, überlegen sich ein Programm für jeden Nachmittag, laden auch mal Gäste für Vorträge ein, wählen fröhliche Geschichten zum Vorlesen aus und bereiten vor allem eine herzliche Stimmung. „Es wird hier viel gelacht und Blödsinn gemacht“, weiß Edeltraud Friedrich, „das tut allen gut“.

Reden, Spielen, Singen und Zuhören

An diesem Tag holen die beiden Frauen Brett- und Gesellschaftsspiele hervor: „Mensch ärgere dich nicht“, „Memory“ und Rommé-Karten liegen am Tisch. Etliche Spielgemeinschaften finden sich zusammen. „Wir spielen auch gerne Bingo“, erklärt eine Besucherin, „da muss man rechnen“, lacht sie und tippt sich an die Stirn. „Das ist ein gutes Gedächtnistraining und stärkt die Konzentration“, schiebt Erika Friedrich nach. „Und die ersten drei erhalten immer einen Preis“, meint eine andere Seniorin. Es sind nur Kleinigkeiten, aber immer etwas Überraschendes: mal eine Tafel Schokolade, mal eine Waschlotion, mal eine Birne aus dem eigenen Garten.

Als einziger Mann sitzt Josef Schartner am Tisch. Jahrelang hat er Gästeführungen im Wernecker Schloss geleitet. Heute ist er das erste Mal im Cafe Klatsch „und ich habe gleich sehr nette Leute kennengelernt“, lächelt er. „Wir waren sofort beim Du“. Beim Gespräch über seine Schlossführungen bietet er spontan an, einen Dia-Vortrag darüber zu halten. Was von der Seniorinnenschar gerne angenommen wird.

Sie alle genießen das Beisammensein, den Austausch und die Fröhlichkeit. Und freuen sich schon auf das nächste Mal.

Das Café Klatsch hat alle 14 Tage mittwochs von circa 14 bis 17 Uhr geöffnet. Interessierte können sich melden bei der Sozialstation Sankt Michael, Telefon (09722) 7674.