Kräftig stimmen die Seniorinnen und Senioren beim Lied mit ein, das die katholische Gemeindereferentin Sibylle Spanheimer anstimmt. Sie ist an diesem Nachmittag wieder einmal zum Hausgottesdienst in die Tagespflege Sankt Michael in Zeuzleben gekommen. Denn alle 14 Tage gibt es für die Tagesgäste dieses spirituelle Angebot in den gemütlichen Aufenthaltsräumen, zusätzlich zu den Besuchen in der nahen Pfarrkirche von Zeuzleben. Und es wird gerne angenommen.

Seelsorgeteam kommt ins Haus 

Nicht nur die Gemeindereferentin feiert Gottesdienst, abwechselnd mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Seelsorgeteam der Pfarrei „Maria im Werntal“. In einem weiteren großen Zimmer der Tagesstätte ist auch für Heike Fischer ein Tisch als Altar hergerichtet. Tischdecke, Blumen, Kerzen und ein Kreuz sind aufgestellt, damit hier weitere Seniorinnen und Senioren Gottesdienst feiern können. „Sonst sind es zu viele in einem Raum“, erklärt Fischer. Sie ist als Alltagsbegleitung bei der Sozialstation Sankt Michael angestellt, zu der die Tagespflege gehört. Ehrenamtlich übernimmt die ausgebildete Wortgottesdienstleiterin gerne „das Team zwei“ bei den Hausgottesdiensten. Jeweils 18 Tagesgäste singen und beten an diesem Tag in den beiden Räumen mit.

„Die Senioren sind froh über dieses Angebot“, haben sowohl Heike Fischer als auch Sybille Spanheimer erfahren. „Sie sind da voll dabei“.

Das gilt auch für diesen Nachmittag, an dem die Heilige Elisabeth von Thüringen im Mittelpunkt steht. Zwar hat die Gemeindereferentin an alle Anwesenden Liederzettel durch die Betreuerinnen austeilen lassen. „Aber die Lieder kennt ihr ja sowieso“, ermuntert Sybille Spanheimer die Tagesgäste zum Mitsingen.

 Vertraute Kirchenlieder zum Mitsingen

 „Ich singe viel in meinen Gottesdiensten“, erklärt sie vor Beginn. „Es ist wichtig, dass es vertraute Lieder sind, die im Gedächtnis verankert sind“. Außerdem arbeite sie auch visuell, damit es für die alten Menschen in ihren verschiedenen Situationen einfacher sei, dem Geschehen zu folgen.

Konkret sieht das bei der Geschichte der Heiligen Elisabeth von Thüringen so aus, dass sie zunächst ein Bild der Wartburg bei Eisenach, dem einstigen Wohnsitz, mitgebracht hat und den Seniorinnen und Senioren zeigt. Dorthin war Elisabeth als Vierjährige gekommen, dort hatte sie als Vierzehnjährige den Landgrafen Ludwig geheiratet. Von dort aus begann sie ihre wohltätige Arbeit.

 Das Thema auch visuell erzählen

 Im Dorf unterhalb der Burg hatte sie die Menschen zunehmend mit Brot versorgt, was die Gemeindereferentin mit einem Brotkorb verdeutlicht. Als sie von der Verwandlung des Brotes in Rosen, dem sogenannten Rosenwunder, erzählt, holt sie unter einem Tuch im Brotkorb einen Strauß Textilrosen hervor.

Die Zuhörer nicken, viele kennen die Geschichte der Heiligen Elisabeth. Und sie verstehen auch die Botschaft, die darin steckt. Denn viele murmeln mit, als Sybille Spanheimer es ausspricht: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“. Es sind diese christlichen Worte, die beinahe jeder kennt.

Mit dem Vorlesen des Evangeliums, den Fürbitten, dem gemeinsamen Beten des „Vater unser“ und mit der Kommunionspende vervollständigt die Gemeindereferentin diesen Gottesdienst. Am Ende steht der Segen, der die Seniorinnen und Senioren nach Hause begleitet.

 

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