Wer zuhause einen Angehörigen pflegt, ist froh um jedes Hilfsmittel, das die Pflege erleichtert. Die Caritas-Sozialstation Sankt Michael Werneck hat nicht nur für ihre eigenen Pflegekräfte im ambulanten Pflegedienst eine Vielzahl an solchen Hilfsmittel parat. Sie leiht sie auch an die Angehörigen bis zu vier Wochen lang aus.

Es geht zum einen darum, für den Pflegenden diverse Arbeiten am Pflegebedürftigen so rückenschonend wie möglich zu gestalten, also Heben, Umsetzen oder Ablegen. Zum anderen sollen die Hilfsmittel auch für den immobilen Klienten eine Entlastung bedeuten, erklärt eine der vier Wundexpertinnen der Sozialstation, Anja Wicker. Sie hat das Konzept der Ausleihe erstellt und kümmert sich um die Ausgabe der diversen Unterstützungsutensilien.

Eine Aufrichthilfe erleichtert das Aufstehen

Als Beispiel zeigt die Pflegefachkraft eine Aufrichthilfe, mit dem ein Mensch aufgerichtet und umgesetzt werden kann, beispielsweise in den Rollstuhl. Dabei werden zunächst die Beine des Klienten auf eine Art Drehteller an dem Gestell gesetzt. Um die Brust wird ein Aufrichtgurt gelegt, mit dem die Pflegeperson den Klienten leicht und ohne große Kraftanforderung aufrichten kann. „Wenn man unter die Arme greifen würde, besteht die Gefahr einer Mikroverletzung des Patienten“, erklärt die Fachfrau.

Zu den Hilfsmitteln zählen auch weitere Aufrichthilfen, sogar sogenannte Aktivlifter mit Motor, Liftertuch, Rollstühle und Toilettenstühle. Außerdem gibt es Auflagen für den Rollstuhl oder das Bett als Gleitmatte, um den Klienten in die ursprüngliche Position rutschen zu können. Auch eine sogenannte Bettleiter, mit der sich der Klient selbst im Bett hochziehen kann, ist ausleihbar, und vieles mehr. Insgesamt über 50 solcher unterstützenden Utensilien hat die Sozialstation zur Ausleihe gegen eine kleine Kaution parat.

Schnelle Hilfe für den Pflegenden und den Pflegebedürftigen

Damit kann zum einen zuhause ausprobiert werden, ob die Pflegeperson damit überhaupt zurechtkommt. Zum anderen kann mit der Ausleihe die Wartezeit überbrückt werden, bis der Klient sein eigenes Hilfsmittel erhält. Denn dafür muss zunächst der Arzt, in der Regel der Hausarzt, das Hilfsmittel verordnen, also ein Rezept schreiben. Das wiederum müssen der Klient beziehungsweise dessen Angehörige bei der Krankenkasse zur Bewilligung einreichen. Was zwar in der Regel auch geschieht, aber einige Zeit dauern kann und weshalb die schnelle Ausleih-Möglichkeit eine echte Erleichterung bedeutet.

„Wir schreiben den Klienten die genaue Bezeichnung und Bezugsnummer auf oder wir kümmern uns auch direkt um die Verordnung durch den Arzt“, informiert Anja Wicker. Wenn das Hilfsmittel dann bei den Klienten angekommen ist, werden die Angehörigen durch die Pflegekräfte der Sozialstation in die Handhabung eingewiesen.

Nach der Rückgabe der Hilfsmittel werden diese gereinigt und desinfiziert. Damit der nächste Pflegebedürftige sie wieder verwenden kann.