Was ist das Besondere an Caritas-Sozialstationen?

Die Pflege bedürftiger Menschen war Jahrhunderte lang eine Aufgabe der Kirche und vieler Ordensgemeinschaften. Ihr Rückgang und die Veränderung in der Gesellschaftsstruktur ließen in den 70er Jahren viele Sozialstationen unter dem Dach der Caritas entstehen. Aus der christlichen Tradition heraus hat die Caritas eine besondere Verantwortung für die Pflege alter und kranker Menschen. Auf diese Erfahrung und Kompetenz können Sie sich verlassen. Pflege ist für uns nicht nur hochqualifizierte und professionelle Betreuung, sondern weitaus mehr:



Unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen sich dieser christlichen Grundhaltung verpflichtet.
Was heißt pflegebedürftig?
Der Begriff der Pflegebedürftigkeit ist im Pflegeversicherungsgesetz genau definiert. Grundsätzlich ist man nach dem Gesetz nur dann pflegebedürftig, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind. Der Hilfebedarf besteht wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung, ist für alltägliche "Verrichtungen" nötig, die bei jedem Menschen gewöhnlich und regelmäßig im Tagesablauf anfallen, liegt auf Dauer, also nicht nur gelegentlich, in einem bestimmten Umfang vor.

Der Begriff "auf Dauer" ist vom Gesetzgeber vorgegeben und bedeutet, dass der Hilfebedarf für voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehen muss. Außerdem muss der Umfang der Hilfestellungen ein bestimmtes Maß überschreiten: Der Gesetzgeber spricht von "erheblicher Pflegebedürftigkeit". Was darunter genau zu verstehen ist, können Sie bei der Erklärung der Pflegestufen nachlesen.

Die sogenannten gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens sind ebenfalls im Gesetz aufgelistet. Hiernach erhält nur Leistungen, wer bei der Körperpflege, bei der Nahrungsaufnahme, beim Aufstehen und Zubettgehen, An- und Auskleiden, Gehen und Stehen (Mobilität genannt) und bei der hauswirtschaftlichen Versorgung auf regelmäßige Hilfe angewiesen ist.
Wo stelle ich den Antrag auf Pflegebedürftigkeit? Wer hilft mir dabei? Wie geht es nach der Antragstellung weiter?
Den Antrag erhalten Sie bei der Pflegekasse des zu pflegenden Menschen. Die Pflegekasse ist immer bei der jeweiligen Krankenkasse angesiedelt, bei der der Pflegebedürftige versichert ist. Hier können Sie sich auch über die Antragstellung selbst und die verschiedenen Leistungen informieren.

Nachdem Sie den Antrag gestellt haben, geht es folgendermaßen weiter:
  • Die Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mit der Begutachtung vor Ort. Bis die Begutachtung stattfindet, dauert es in der Regel vier bis sechs Wochen.
  • Der MDK kündigt den Hausbesuch an
  • Die Begutachtung wird durchgeführt
  • Der MDK erstellt ein schriftliches Gutachten und schickt dieses an die Pflegekasse
  • Die Pflegekasse entscheidet über den Antrag
  • Der Antragsteller erhält einen Bescheid, ob und wenn ja, welche Pflegestufe zugeordnet wurde

WICHTIG: Die Leistungen werden rückwirkend bis zum Datum der Antragstellung gewährt. Aus diesem Grund sollten Sie einen Antrag auf jeden Fall frühzeitig stellen, damit Sie bestehende Ansprüche nicht verfallen lassen. Vor dem Besuch des MDK bietet es sich an, für ein paar Tage ein sog. "Pflegetagebuch" zu führen, in dem alle notwendigen Leistungen, die sie am Pflegebedürftigen erbringen, in Minutenwerten aufgezeichnet werden. Diese Unterlagen können dann dem Medizinischen Dienst bei der Begutachtung vorgelegt werden.

Befindet sich der zu Pflegende in stationärer Behandlung in einem Krankenhaus, ist auch ein so genannter Überleitungsantrag möglich. Dafür wenden Sie sich bitte rechtzeitig vor der Entlassung an den sozialen Dienst des Krankenhauses. Eine Einstufung erfolgt dann, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, vorläufig und per Aktenlage innerhalb weniger Tage. Nach der Entlassung wird dann aber die ausführliche Begutachtung zuhause durchgeführt.

Wenn Sie Fragen zur Antragstellung haben oder Hilfe beim Ausfüllen des Antrages benötigen, können Sie uns gerne anrufen oder auch persönlich vorbeikommen.
Welche Möglichkeiten gibt es, wenn der Antrag auf Pflegebedürftigkeit abgelehnt wird?
Gegen den Bescheid der Pflegekasse kann innerhalb einer Frist von einem Monat schriftlich Widerspruch eingelegt werden, gerechnet vom Datum der Bekanntgabe des Bescheides. Wenn, was leider vorkommt, die Pflegekasse nicht auf diese Widerspruchsfrist hinweist, kann der Bescheid sogar ein Jahr lang angefochten werden.

Der Widerspruch ist bei der Pflegekasse einzureichen. Zunächst reicht ein einfacher Widerspruch ohne weitere Begründung. Ein Musterschreiben für einen solchen Widerspruch können Sie sich hier downloaden.

Statistiken belegen, dass viele Widersprüche gegen Entscheidungen der Pflegekasse erfolgreich waren. Dennoch macht ein Widerspruch natürlich nur Sinn, wenn genügend Argumente dafür sprechen, dass die Entscheidung der Pflegekasse falsch war. Wir empfehlen Ihnen, in diesem Zusammenhang mit der Caritas-Sozialstation Kontakt aufzunehmen, die Ihnen bei berechtigter Kritik am Pflegegutachten weiterhelfen kann.
Welche Voraussetzungen müssen für die jeweilige Pflegestufe erfüllt sein?
Folgende Pflegestufen gibt es:
Pflegestufe I: Erhebliche Pflegebedürftigkeit
Hilfebedarf:
  • mindestens 1 x täglich bei wenigstens zwei Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung oder Mobilität
  • mehrfach wöchentlich bei hauswirtschaftlicher Versorgung.
Zeitaufwand:
  • Wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten,
  • davon mehr als 45 Minuten Grundpflege.
Pflegestufe II: Schwerpflegebedürftige
Hilfebedarf:
  • mindestens 3 x täglich zu verschiedenen Tageszeiten bei der Körperpflege, Ernährung oder Mobilität
  • mehrfach wöchentlich bei hauswirtschaftlicher Versorgung
Zeitaufwand:
  • Wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens drei Stunden,
  • davon mindestens zwei Stunden Grundpflege.
Pflegestufe III: Schwerstpflegebedürftige
Hilfebedarf:
  • rund um die Uhr (auch nachts) bei der Körperpflege, Ernährung oder Mobilität
  • mehrfach wöchentlich bei der hauswirtschaftlichen Versorgung
Zeitaufwand:
  • Wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens fünf Stunden,
  • davon mindestens vier Stunden Grundpflege.
Pflegestufe O (neu seit 1.7.2008): hoher Betreuungsaufwand:
Hilfebedarf:

Voraussetzungen für eine Pflegestufe werden bei der Körperpflege nicht erreicht. Z. B. aufgrund einer vorliegenden Demenz ist aber in hohem Umfang Betreuung und Beaufsichtigung notwendig.

Zeitaufwand:

Ob die Voraussetzungen erfüllt sind stellt der MDK bei seinem Gutachten fest.
Welche Leistungen gibt es aus der Pflegeversicherung?
Die Höhe der Leistungen, die ein Pflegebedürftiger von seiner Pflegekasse erwarten kann, ist gesetzlich festgelegt. Grundsätzlich gilt: Je höher die Pflegestufe, desto mehr Leistungen gewährt die Pflegeversicherung. Der Pflegebedürftige hat die Wahlmöglichkeit: Er kann Pflegesachleistung, Pflegegeld oder Kombinationsleistung wählen. Diese und andere Leistungen der Pflegeversicherung werden im Folgenden beschrieben:

Pflegesachleistung

Pflegesachleistung wird gewährt, wenn der Pflegebedürftige von einer Sozialstation oder einem ambulanten Pflegedienst gepflegt wird. In diesem Fall pflegen professionelle Pflegekräfte. Die Höhe der Leistung ist abhängig von der Pflegestufe:

  • Pflegestufe I: 440 Euro
  • Pflegestufe II: 1040 Euro
  • Pflegestufe III: 1510 Euro

Diese Beträge werden nicht an den Pflegebedürftigen als Geldleistung ausbezahlt, sondern stehen dem Pflegebedürftigen zur Finanzierung der Caritas-Sozialstation zur Verfügung. 

Pflegegeld

Pflegegeld erhält man, wenn der Pflegebedürftige von Angehörigen, Freunden, Nachbarn oder anderen ehrenamtliche Helfern gepflegt wird.

Die Höhe der Leistung ist abhängig von der Pflegestufe:

  • Pflegestufe I: 225 Euro
  • Pflegestufe II: 430 Euro
  • Pflegestufe III: 685 Euro 

Diese Beträge werden an den Pflegebedürftigen als Geldleistung ausbezahlt.

Kombinationsleistung

Kombinationsleistung erhält man, wenn Angehörige und Pflegekräfte einer Sozialstation gemeinsam pflegen. Dann erhält der Pflegebedürftige anteilig Pflegegeld und Pflegesachleistung.

Beispiel:

Ein Pflegebedürftiger der Pflegestufe II wird von Pflegekräften einer Sozialstation gepflegt, dafür fallen Kosten in Höhe von 600 Euro monatlich. an. Die Pflegekasse rechnet dann wie folgt: 600 Euro sind 58% von 1040 Euro (Pflegesachleistung Pflegestufe II), d.h. 42% der Pflegesachleistung sind nicht ausgeschöpft worden. Daher erhalten die Angehörigen anteilig (hier: 42%) noch Pflegegeld, in diesem Fall 42% von 440 Euro (Pflegegeld Pflegestufe II). Sie erhalten also noch ca. 184 Euro.

Neben den Grundleistungen beinhaltet die Pflegeversicherung auch noch weitere Hilfen zur Unterstützung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen:

Verhinderungs-oder Ersatzpflege

Die pflegerische Betreuung und Versorgung des eigenen Ehepartners, des Vaters oder der Mutter oder auch des eigenen Kindes, ist eine große Aufgabe und Herausforderung für die Angehörigen, die diese Pflege übernehmen. Oftmals stößt man durch eine Betreuung und Pflege rund um die Uhr an Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit. Daher ist es für pflegende Angehörige wichtig, auch auf sich selbst zu achten, Selbstpflege zu betreiben.

Hierfür hat der Gesetzgeber eine Möglichkeit geschaffen: Wenn die Pflegeperson wegen Erholungsurlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen (z.B. Arztbesuch, Einkaufen o.a.) die Pflege vorübergehend nicht durchführen kann, übernimmt die Pflegekasse die Kosten einer notwendigen Ersatzpflege für bis zu vier Wochen im Jahr. Die Pflegekasse stellt hierfür 1510 Euro pro Jahr zur Verfügung. Einzige Voraussetzung: Als Pflegeperson haben Sie bereits 6 Monate Ihren Angehörigen gepflegt.

TIPP: Wenn die Verhinderungspflege/Ersatzpflege, die die Caritas-Sozialstation durchführt, weniger als 8 Stunden am Tag dauert, erhalten Sie das Pflegegeld in der gewohnten Höhe weitergezahlt. Sie können sich also für einen Arztbesuch, Einkauf, Kinobesuch usw. "freinehmen" ohne dass das Pflegegeld reduziert wird. Dadurch schaffen Sie Entlastung und eine Ruhezeit zum Durchschnaufen für sich. Setzen Sie sich einfach mit Ihrer Caritas-Sozialstation in Verbindung.

Pflegehilfsmittel und technische Hilfen

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel werden monatlich mit bis zu 31 Euro bezuschusst. Bei technischen Hilfen wie beispielsweise Pflegebetten müssen sich die Pflegebedürftigen mit zehn Prozent, höchstens jedoch mit 25 Euro je Hilfsmittel beteiligen. In der Regel werden solche Hilfsmittel aber leihweise überlassen.

Für Umbaumaßnahmen stellt Ihnen die Kasse einzelfallabhängig bis zu 2.557 Euro je Maßnahme zur Verfügung.

Tagespflege/Nachtpflege

Pflegebedürftige haben Anspruch auf Pflege in Einrichtungen der Tages- oder Nachtpflege als Ergänzung oder Stärkung der häuslichen Pflege.

Kurzzeitpflege

Wenn die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden kann, besteht Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Einrichtung. Der Anspruch auf Kurzzeitpflege ist auf vier Wochen pro Kalenderjahr beschränkt.

Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen 

Die Pflegekassen ermöglichen Angehörigen und ehrenamtlichen Pflegepersonen die kostenlose Teilnahme an einem Pflegekurs. Zusammen mit Pflegekassen führen wir diese Kurse durch. Informationen, wann und wo der nächste Kurs stattfindet, erhalten Sie bei Ihrer Pflegekasse oder bei uns in der Sozialstation.

Beratung und Schulung in der häuslichen Umgebung

Die Pflegekasse ermöglicht eine für Sie kostenlose Beratung bei Ihnen zu Hause durch die Fachpflegekräfte der Caritas-Sozialstation.

Zusätzliche Betreuungsleistungen für Pflegebedürftige mit erheblichem Betreuungsbedarf (z.B. demenzkranke Menschen)

Diese Leistungen erhalten nur Personen, bei denen der Medizinische Dienst eine verminderte Alltagskompetenz festgestellt hat. Ob eine Person hier leistungsberechtigt ist, ist aus dem Pflegegutachten, das Sie sich jederzeit von der Pflegekasse anfordern können, ersichtlich. Sie können auch direkt bei der Pflegekasse nachfragen oder uns dazu beauftragen. Wenn Sie leistungsberechtigt sind, erhalten Sie zusätzlich zu den Leistungen aus den Pflegestufen entweder 100 Euro oder 200 Euro pro Monat für die Finanzierung der Betreuung des Pflegebedürftigen durch Caritas-Sozialstationen. Diese Mittel können Sie auch für Leistungen der Tages- oder Nachtpflege bzw. Kurzzeitpflege verwenden. Gelder, die Sie im letzten Halbjahr nicht genutzt haben, können Sie auch noch rückwirkend in Anspruch nehmen.

WICHTIG: Um diese zusätzlichen finanziellen Mittel zu erhalten, müssen Sie bei der zuständigen Pflegekasse einen Antrag stellen.

Soziale Sicherung der Pflegeperson

Für privat Pflegende übernimmt die Pflegeversicherung die Beitragszahlung zur Renten- und Unfallversicherung. Außerdem ist das Einkommen aus Pflegegeld von der Steuer befreit.

Pflege in einem Alten- und Pflegeheim bzw. vollstationäre Pflege

Die Pflegekasse übernimmt je nach Pflegestufe bis zu 1.023 Euro, 1.279 Euro oder 1.510 Euro. Für so genannte Härtefälle werden bis zu 1.825 Euro bezahlt.
Entlassung aus dem Krankenhaus – wie geht es zu Hause weiter?
Rufen Sie uns einfach an. Zusammen mit den Sozialen Diensten und den Hausärzten bereiten wir die Häuslichkeit für eine Pflegesituation vor. Es gibt vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten und Pflegehilfsmittel, die Ihnen die Pflege zu Hause erleichtern. Auch schwere Pflegen sind so zu leisten und verhindern einen dauerhaften und teuren Umzug in ein Pflegeheim.
Was sind Leistungen der Pflegeversicherung?
Die Leistungen, die eine Caritas-Sozialstation im Rahmen der Pflegeversicherung erbringt, sind in Leistungskomplexen definiert. Sie können sich bei Interesse den Leistungskatalog mit Preisen ausdrucken oder downloaden. Hier finden Sie die einzelnen Leistungen und die Beschreibung, was der Inhalt dieser Leistung ist.
Muss ich pflegebedürftig sein, um eine Caritas-Sozialstation in Anspruch zu nehmen?
Nein, auch ohne Einstufung durch die Pflegekasse können Sie als Selbstzahler Ihre Lebensqualität durch Pflege verbessern. Unterstützung bei Tätigkeiten, die Ihnen im Alter oder Ihrer Krankheit schwer fallen, erleichtern Ihnen ein selbstbestimmtes Leben in Ihrer eigenen Wohnung.
Was kostet die Pflege bei einer Caritas-Sozialstation?
Das kommt darauf an. In einem ersten Gespräch, das Sie zu Beginn der Pflege mit der Caritas-Sozialstation führen, vereinbaren Sie mit dem Pflegedienst, welche Leistungen erbracht werden sollen. Die erfahrenen Pflegekräfte können Ihnen hierzu hilfreiche Tipps geben. Es wird dann ein Kostenvoranschlag von der Caritas-Sozialstation erstellt. Auf diesem können Sie sehen, welche Leistungen erbracht werden sollen und wie häufig diese durchgeführt werden sollen. Ob die Kosten dabei vollständig von der Pflegeversicherung übernommen werden oder Sie eine Zuzahlung leisten müssen, ist abhängig davon, inwieweit Sie selbst noch die Pflege durchführen können oder möchten.

Wir haben Ihnen hier drei Beispiele für Kostenvoranschläge zur Verfügung gestellt, die Sie sich ausdrucken oder herunterladen können. Hier können Sie sehen, welche Leistungen in Anspruch genommen worden sind und was diese Leistungen kosten:

Beispiel 1: Kunde in der Pflegestufe I (Pflegesachleistung)

Der Kunde kommt auf Gesamtkosten für die Pflege in Höhe von 480 Euro im Monat. Davon übernimmt die Pflegeversicherung 440 Euro. Der Kunde muss also noch eine Zuzahlung in Höhe von 40 Euro an die Caritas-Sozialstation leisten.

Beispiel 2: Kunden in der Pflegestufe II (Kombinationsleistung)

Der Kunde kommt auf Gesamtkosten für die Pflege in Höhe von 600 Euro im Monat. Von der Pflegekasse kann der Kunde in der Pflegestufe II eine Pflegesachleistung in Höhe von 1040 Euro erhalten. Da er die Kombinationsleistung gewählt hat und die Pflegesachleistung nicht ausgeschöpft hat, erhält der Kunde noch rund 180 Euro in Form einer Geldzahlung.

Beispiel 3: Kunde in der Pflegestufe III (Pflegesachleistung)

Der Kunde kommt auf Gesamtkosten für die Pflege in Höhe von 1.806,08 Euro.

Die Pflegekasse übernimmt 1.510 Euro in der Pflegestufe III. Der Kunde muss also noch eine Zuzahlung in Höhe von 296,08 Euro leisten.
Kann eine Haushaltshilfe aus Osteuropa die Betreuung meines pflegebedürftigen Angehörigen übernehmen?
Wenn Sie nicht wissen, wie Sie die Pflege und Berufstätigkeit unter einen Hut bekommen sollen, denken Sie vielleicht daran, eine Hilfe aus Osteuropa zu engagieren. Bedenken Sie dabei, dass es wegen mangelnder Verständigungsmöglichkeiten teilweise zu kritischen oder gefährlichen Situationen bei der Betreuung der pflegebedürftigen Person kommen kann. Fachkräfte beobachten immer wieder schwerwiegende Pflegefehler.

Darüber hinaus gehen Sie das Risiko ein, wegen Schwarzarbeit belangt zu werden. Denn stellen Sie eine osteuropäische Haushaltshilfe ein, zu der Sie durch Mundpropaganda oder über eine Kleinanzeige den Kontakt hergestellt haben, handelt es sich immer um illegale Beschäftigung.

In der Presse und im Internet findet man viele Anzeigen von Agenturen, die anbieten, eine 24-Stunden-Betreuung zu arrangieren. Diese Agenturen stellen gegen eine Vermittlungsgebühr den Kontakt zu osteuropäischen Firmen her, die im Rahmen der EU-Dienstleistungsfreiheit Hilfskräfte entsenden. In diesem Bereich gibt es vielfältige Konstellationen, die häufig nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Insbesondere die Unterbringung der Mitarbeiterin im Haushalt der pflegebedürftigen Person gilt als Indiz für eine Arbeitgeberfunktion des deutschen Haushalts und unterliegt dann den Regeln über die Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter. Nehmen Sie zu Ihrer rechtlichen Absicherung Kontakt auf zur Agentur für Arbeit, zur Krankenkasse als zuständige Stelle für Sozialversicherungsbeiträge oder zum Steuerberater.

Es gibt nur eine legale Möglichkeit zur Beschäftigung von osteuropäischen Haushaltshilfen und zwar ausschließlich über die Agentur für Arbeit. Die Beschäftigung darf sich nur auf hauswirtschaftliche Tätigkeiten erstrecken.

Welche Voraussetzungen müssen für die Beschäftigung einer Hilfe aus Osteuropa erfüllt werden?

  • Sie als zukünftiger Arbeitgeber müssen nachweisen, dass eine pflegebedürftige Person (Pflegestufe 1-3) im Haushalt lebt.
  • Eine angemessene Unterkunft im Arbeitgeberhaushalt oder in der näheren Umgebung muss bereitgestellt werden.
  • Die wöchentliche Arbeitszeit muss der üblichen Vollzeitstundenzahl entsprechen, der Urlaubsanspruch ist zu berücksichtigen.

Werden diese Voraussetzungen erfüllt, können Sie als zukünftiger Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit ein Stellenangebot einreichen. Es dürfen auch Haushaltshilfen, die Sie bereits kennen, benannt werden, um ein illegales Beschäftigungsverhältnis in eine legale Beschäftigung umzuwandeln. Als potenzieller Arbeitgeber zahlen Sie den Lohn entsprechend den Tarifen (Auskunft gibt die Arbeitsagentur) sowie die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. Vom Lohn dürfen festgelegte Beträge für Unterkunft und Verpflegung abgezogen werden. Dennoch, auch wenn ein Teil der Kosten steuerlich absetzbar ist, wird dieses Beschäftigungsmodell die wirtschaftlichen Möglichkeiten vieler Haushalte mit Pflegebedürftigen überschreiten.
Welche Entlastungs- und Unterstützungsangebote gibt es für pflegende Angehörige ?
Die pflegerische Betreuung und Versorgung des eigenen Ehepartners, des Vaters oder der Mutter oder auch des eigenen Kindes, ist eine große Aufgabe und Herausforderung für die Angehörigen, die diese Pflege übernehmen. Oftmals stößt man durch eine Betreuung und Pflege rund um die Uhr an Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit. Daher ist es für pflegende Angehörige wichtig, auch auf sich selbst zu achten, Selbstpflege zu betreiben.

Folgende Entlastungsmöglichkeiten gibt es:

  • 1. Verhinderungspflege (auch stundenweise)

    Wenn die Pflegeperson wegen Erholungsurlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen (z.B. Arztbesuch, Einkaufen o.a.) die Pflege vorübergehend nicht durchführen kann, übernimmt die Pflegekasse die Kosten einer notwendigen Ersatzpflege für bis zu vier Wochen im Jahr. Die Pflegekasse stellt hierfür 1510 Euro pro Jahr zur Verfügung. Einzige Voraussetzung: Als Pflegeperson müssen Sie bereits seit mindestens 6 Monaten gepflegt haben.
  • TIPP:

    Wenn die Verhinderungspflege/Ersatzpflege, die die Caritas-Sozialstation durchführt, weniger als 8 Stunden am Tag dauert, erhalten Sie das Pflegegeld in der gewohnten Höhe weitergezahlt. Sie können sich also für einen Arztbesuch, Einkauf, Kinobesuch usw. "freinehmen" ohne dass das Pflegegeld reduziert wird. Dadurch schaffen Sie Entlastung und eine Ruhezeit zum Durchschnaufen für sich. Setzen Sie sich einfach mit Ihrer Caritas-Sozialstation in Verbindung.
  • 2. Niederschwellige Betreuungsangebote

    Wenn Ihr pflegebedürftiger Angehöriger Leistungen nach dem Pflegeleistungsergänzungsgesetz beziehen kann (z.B. bei Demenzkranken), stellt die Pflegeversicherung jeden Monat 100 bzw. 200 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen zur Verfügung. Diese können Sie für besondere Angebote von Caritas-Sozialstation verwenden (z.B. Betreuungsnachmittag in der Caritas-Sozialstation, Betreuung durch die Caritas-Sozialstation bei Ihnen zuhause). Fragen Sie einfach bei Ihrer Caritas-Sozialstation in der Nähe nach solchen Angeboten.
  • 3. Beratung und Schulung bei Ihnen zu Hause

    Unsere speziell geschulten und erfahrenen Mitarbeiter kommen zu Ihnen nach Hause und beraten Sie in Ihrer speziellen Pflegesituation. Diesen Besuch können Sie einmal (in besonderen Fällen auch zweimal) im Jahr in Anspruch nehmen. Die Kosten hierfür übernimmt die Pflegeversicherung.
  • 4. Teilnahme an einem Krankenpflegekurs oder spezielle Kurse für die Pflege von an Demenz erkrankten Menschen

    Diese Kurse werden von den Caritas-Sozialstationen und den Pflegekassen gemeinsam durchgeführt, um praktisches Wissen aus der Kranken- und Altenpflege weiterzugeben. Erfahrene Fachkräfte vermitteln Ihnen hilfreiche Tipps zum Umgang mit Pflegebedürftigen. Fragen Sie einfach bei Ihrer Caritas-Sozialstation oder Ihrer Pflegekasse vor Ort, wann und wo der nächste Kurs stattfindet.
Was versteht man unter einer Patientenverf├╝gung und wo erhalte ich diese?
Grundsätzlich bedürfen medizinische Behandlungen der vorherigen Zustimmung der Patientinnen und Patienten. Kann keine eigene Willenserklärung abgegeben werden, tritt an ihre Stelle eine Entscheidung der bevollmächtigten Person oder des amtsrichterlich eingesetzten Betreuers. In einer Patientenverfügung (Patiententestament) können vorsorglich Richtlinien und Handlungsanweisungen für die Ärztinnen und Ärzte festgelegt werden. Diese Patientenverfügung ist laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs für die Ärztinnen und Ärzte verbindlich:

  • wenn sie von Patientinnen und Patienten freiwillig und nach entsprechender Aufklärung abgegeben wurde.
  • wenn sie Festlegungen für ärztliche Maßnahmen in bestimmten Situationen enthält und eine solche Situation tatsächlich eintritt.
  • Ansonsten können sich die Ärztinnen und Ärzte wegen einer Körperverletzung strafbar machen.

Die Christliche Patientenverfügung erfreut sich seit ihrer Veröffentlichung 1999 einer großen Nachfrage. Sie können die Broschüre mit den Formularen zur Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung einsehen und downloaden. Klicken Sie hier...
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